Geschichte

Geschichte 2017-12-01T11:16:55+00:00

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Das Projekt „Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte“ wurde im Jahr 2007 vom Ministerium für Schule und Weiterbildung in Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Integrationsministerium initiiert. Der Ausgangspunkt dieses Projekts war, dass Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte in mehrfacher Hinsicht eine wichtige Rolle im Bildungssystem übernehmen können.

Aktuell haben rund 26 Prozent aller Schülerinnen und Schüler einen Migrationshintergrund, in den unteren Jahrgangsstufen zumeist weit mehr, insbesondere in den Ballungsgebieten. Laut Mikrozensus beträgt aber gleichzeitig der Anteil der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte nur etwa fünf Prozent. Dabei sind gerade sie sichtbare Beispiele für einen gelungenen Aufstieg durch Bildung, verkörpern sie doch das, was gesellschaftlich gelingen muss. Zudem stellen sie, mit ihrem jeweiligen individuellen kulturellen und sozialen Kapital, eine Ressource für jede Schule dar. Ihre über die rein professionellen Fähigkeiten hinausgehenden Kompetenzen können im Prozess einer interkulturellen Schulentwicklung, wie es sie von der Landesregierung gewünscht wird, genutzt werden.

Sie können systematisch zum Abbau institutioneller Diskriminierung beitragen und symbolisch eine Kultur des Willkommen-Seins und der Anerkennung repräsentieren.

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2007

Gründung

Im November 2007 wurde im Landtag in Düsseldorf das Netzwerk der Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte gegründet. Knapp 30 Gründungsmitglieder, Lehrkräfte unterschiedlichster Herkunft, die an nordrhein-westfälischen Schulen arbeiteten, engagierten sich damals ehrenamtlich. Innerhalb weniger Monate stieg die Zahl der Netzwerkmitglieder auf über 130. Die Mitglieder kamen aus 14 Herkunftsländern und repräsentierten alle Schulformen und Landesteile.

2008

Lehrerinformationstage in NRW

Das Projekt macht Werbung für den Lehrerberuf: Auf Abiturmessen, an Tagen der offenen Tür von Studienseminaren und an Projekttagen von Schulen wurden mehr als 600 Abiturientinnen und Abiturienten mit Zuwanderungsgeschichte über den Beruf des Lehrers informiert und beraten.

2009

Schülercampus

Zusammen mit der ZEIT-, der Hertie- und der Sir Peter Ustinov Stiftung wurden 30 Schülerinnen und Schülern mit Zuwanderungsgeschichte Einblicke in das Lehramtsstudium und die Chancen des Lehrerberufs gewährt. Bei den viertägigen Ganztagsprogrammen erhielten sie einen Überblick über die vielfältigen Aufgaben und Karrieremöglichkeiten von Lehrerinnen und Lehrern. Zudem wurden Informationen über den Ablauf eines Lehramtsstudiums sowie über die Fähigkeiten und die Erfordernisse für das Berufsziel Lehrerin oder Lehrer vermittelt.

2010

Bundeskongress, Paderborn

Im März 2010 fand der Bundeskongress „Lehrkräfte mit Migrations-hintergrund: Potenziale gewinnen, Ausbildung begleiten, Personalentwicklung gestalten“ in Paderborn statt. Der Kongress bot Experten aus Wissenschaft und Praxis, Vertretern der Landes- und Bundespolitik sowie bildungspolitischen Akteuren die Chance, Möglichkeiten zur Steigerung des Anteils an Lehrkräften mit Migrationshintergrund zu diskutieren. Der Kongress wurde vom Projekt Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte mit Unterstützung des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge organisiert.

2011

Projekttag am Studienseminar Düsseldorf

Unter dem Titel „Schulkultur – Mut zur Vielfalt“ wurde ein Projekttag für alle Lehramtsanwärter(innen) am Studienseminar Düsseldorf angeboten. In den Referaten, Diskussionen und verschiedenen Workshops zu Themen wie „Wie soll ich richtig fördern, wenn ich nicht diagnostizieren kann?“ oder „Interkulturelle Projekte an der Grundschule“ näherten sich die Teilnehmer dem Thema Diversität in seiner Bedeutung für den schulischen Alltag mehrperspektivisch und ganz bewusst potenzialorientiert an.

2012

Landesgeschäftsstelle

Im Jahr 2012 standen einige personelle und strukturelle Veränderungen im Projekt an: So präsentierte die Landeskoordination ihre neue Landesgeschäftsstelle in der Düsseldorfer Altstadt. Die zusammen mit dem Elternnetzwerk NRW e.V. genutzten Räumlichkeiten wurden von der Präsidentin des Landtags NRW, Frau Carina Gödecke, eröffnet. Zahlreiche Besucher, darunter auch einige Landtagsabgeordnete und Vertreter der Ministerien, besichtigten die Geschäftsräume.

2012

Lokale Fortbildungen

Das Projekt Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte führte in Kooperation mit den RAAs Gelsenkirchen und Duisburg lokale Fortbildungen für Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte durch. Diese Veranstaltungen dienen neben den inhaltlichen Aspekten ebenso der lokalen Vernetzung. Aufgrund des großen Erfolgs werden diese Fortbildungen auch in Zukunft durchgeführt werden.

2012

BAK-Tagung

Der Bundesarbeitskreis der Seminar- und Fachleiter/innen (BAK) hatte das Thema „Vielfalt als Aufgabe der Lehrerbildung: Interkulturalität – Inklusion – Identität“ als Schwerpunkt des 46. Seminartags in Köln gewählt und dem Projekt die Möglichkeit gegeben, bei der Gestaltung der Tagung von Anfang an inhaltlich aktiv mitzuwirken, beispielsweise als Podiumsgäste oder bei der Leitung von Workshops.

2013

Fortbildungen

In diesem Jahr liegen die Schwerpunkte der Arbeit des Projekts unter anderem auf dem Handlungsfeld „Personalentwicklung gestalten“. So wird neben zwei umfangreichen Qualifizierungsfortbildungen, die in Kooperation mit verschiedenen Partnern durchgeführt werden, eine Reihe zusätzlicher Veranstaltungen für Lehrerinnen und Lehrer mit Zuwanderungsgeschichte angeboten. Diese Angebote dienen einer weiteren Professionalisierung im Kontext Bildung und Interkulturalität.

2013

Website

Im Februar geht die erste eigene Website des Projekts Lehrkräfte mit Zuwanderungsgeschichte online. Neben der auf diese Weise nun ver- stärkten Präsenz soll durch einen eigenen Mitgliederbereich auch eine engere Vernetzung aller am Projekt Beteiligten erzielt werden. Damit verfolgt das Projekt die Absicht, einen besseren Informationsfluss und mehr Transparenz bei den Aktivitäten zu erreichen. Besuchen Sie uns unter: www.lmz-nrw.de.