Ich bin 1993 mit meiner Frau und meinen beiden Kindern nach Deutschland gezogen. In der ehemaligen Sowjetunion arbeitete ich zuvor 13 Jahre als Musiklehrer in der Schule, außerdem war ich Solist an einer staatlichen Philharmonie.

„Ich habe festgestellt, dass der Beruf des Lehrers eine Berufung für mich ist“

Leider wurden meine Qualifikationen in Deutschland nicht anerkannt. Deswegen begann ich mit 33 Jahren erneut das Lehramtsstudium und habe es auch mit dem ersten Staatsexamen (Teilprüfung komplett) abgeschlossen. Nachdem ich einige Jahre bei einer Versicherung gearbeitet hatte, konnte ich 2002 als Quereinsteiger endlich wieder in die Schule zurückkehren: Ich habe zunächst Musik und Englisch, später auch Deutsch unterrichtet.

Auch wenn alle meine Bemühungen, von den Behörden eine Lehrbefähigung zu erwerben, bislang abgelehnt wurden, kann ich feststellen, dass der Beruf des Lehrers eine Berufung für mich ist. Ich arbeite mit den Schülerinnen und Schülern lebendig. Meine Lernmethoden fokussieren sich ausschließlich auf das Kind und nicht auf das Fach – auch wenn das bedeutet, dass ich dafür viel Zeit außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit aufbringe.

„Die Zukunft einer Gesellschaft liegt in der neuen Generation“

Nicht zuletzt bin ich seit mehreren Jahren Vertrauenslehrer an unserer Schule. Es kommen viele Kinder ohne Deutschkenntnisse an unsere Schule, und es macht mir viel Freude, zu erleben, wie schnell und gut sie sich in relativ kurzer Zeit entwickeln. Selbst wenn die Kinder bereits eine andere Schule besuchen, kommen sie oder ihre Eltern noch zu mir, wenn sie meine Hilfe brauchen. Ich helfe ihnen gerne. So möchte ich meinen bescheidenen Beitrag für unsere multikulturelle Gesellschaft leisten, denn die Zukunft einer Gesellschaft liegt in der neuen Generation.

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